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Ein weiterer Schritt für "Golf&Natur"

Wir freuen uns riesig Ihnen unsere neuesten Mitglieder vorstellen zu können.

3 Bienenvölker sind am Freitag, den 19.07.2019, auf dem Golfplatz in die dafür vorbereiteten Bienenstöcke bei Bahn 11 eingezogen. Unser Naturschutzwart und Vorstand Dietmar Maier begrüßte unser ehemaliges Mitglied und Hobby-Imker Bernd Renz.

Die Bienen werden dort auch überwintern und Herr Renz kümmert sich regelmäßig um die Völker. Die Bienen sind nicht aggressiv, solange man sie in Ruhe lässt. Ab 2020 können wir hoffentlich Golfplatzeigenen Honig genießen, wir freuen uns darauf.

 

Christian Montén

Clubmanager

 

Bunte Blütenpracht: Bienen

fühlen sich auf Golfplatz wohl

Natur- und Vogelschützerinnen zu Gast im Golfclub Gut Westerhart – Expertinnen hellauf begeistert

Buxheim/Westerhart. Wenn Hermann Kutter mit einem kleinen Elektroauto über „seinen“ Golfplatz beim Buxheim fährt, gerät er ins Schwärmen. „Bereits 1993, als ich den Platz halbfertig übernommen habe, sagte ich, dass wir einmal in einem landschaftlich schönen Park Golf spielen werden“, erklärt der 84-jährige Erbauer und jetzige Ehrenpräsident des Golfclubs Memmingen – Gut Westerhart. Dass sein Traum im Laufe von 25 Jahren wahr geworden ist, davon überzeugten sich jüngst Brigitte Kraft vom Landesbund für Vogelschutz, Bezirksstelle Memmingen, und Katherina Grimm von der Unteren Naturschutzbehörde das Landratsamtes Unterallgäu. Die Expertinnen zeigten sich hellauf begeistert: „Wir haben nicht gedacht, dass ein Golfplatz derart naturnah gestaltet sein kann und eine solche Vielfalt an unterschiedlichen Lebensräumen hervorbringt.“

Wo einst Mais angebaut und Ackerbau betrieben wurde, kein Baum Schatten spendete, keine Blume wuchs, grünt und blüht es heute. Am Rande der 18 Spielbahnen des Golfclubs ist ein reizvolles Mosaik aus Blumen, Bäumen, Büschen, Sträuchern, Wiesen und kleinen Wäldchen entstanden. Bartnelken, Margariten, Lupinen¸ Glockenblumen, gelber Horn- und roter Klee, Stauden sowie Gräser bilden von Frühjahr bis Herbst ein buntes, artenreiches Blumenmeer.

Sogar Knabenkraut, eine Orchideenart, hat sich angesiedelt. „Fast alle Arten des Knabenkrauts stehen auf der Roten Liste und sind teilweise im Bestand stark gefährdet oder sogar vom Aussterben bedroht“, erklärt Katherina Grimm den Anwesenden. „Es wäre wünschenswert, dass die Fläche, auf dem das Knabenkraut steht, frühestens ab Juli, wenn die Samenbildung abgeschlossen ist, gemäht wird.“

Gesäumt wird diese Blütenpracht von zahlreichen wertvollen, heimischen Landschaftsgehölzen wie Ahorn, Eichen, Linden, Ebereschen und Hainbuchen. Außerdem stehen unzählige Apfel-, Birnen- und Zwetschgenbäume auf dem knapp 75 Hektar großen Areal. Darunter auch die Obstbäume die es nur noch selten gibt. In einem Baum nistet ein Pärchen „Rotmilane. In den Teichen blühen Seerosen, ziehen Karpfen ihre Bahnen, und abends laden Frösche zum Quak-Konzert ein.

Weil die bunten Blumen auf dem Platz vielen Bienen anlocken und ihnen Nektar spenden, wird ein Clubmitglied demnächst fünf zusätzliche Bienenvölker auf dem Areal ansiedeln. „Ein wichtiges Element unserer Arbeit ist die Pflege von Biotopen und die Erhaltung von Lebensräumen für Bienen und andere Nutztiere“, erklärt Kutter, der mit seiner Firma am Bau mehrerer Golfplätze im Allgäu beteiligt war. „Die Befürchtung vieler damaliger Naturschützer, der Golfplatz Memmingen könnte eine ,grün angestrichene Betondecke‘ werden, hat sich nicht erfüllt“, sagt Hermann Kutter, „bei uns herrscht Leben.“ Deshalb beteiligt sich Golfclub Memmingen – Gut Westerhart am Programm „Golf und Natur“ des Deutschen Golfverbandes.

Im Mittelpunkt dieses 20-jährigen Umweltprogramms steht der größtmögliche Schutz der Natur, die manchmal auch ihre Tücken hat: „Gar nicht lustig finden es die Golfer, wenn sie morgens von Füchsen und Dachsen durchwühlte Sandbunker vorfinden oder in einen großen Haufen Hinterlassenschaft treten. Aber auch das gehört dazu, schließlich ist ein Golfplatz kein Blumenkübel“, sagt der Ehrenpräsident und lacht.

„Leider heißt es auch heute immer noch: Golfplätze verschandeln die Natur, Artenreichtum gibt es dort nicht, weil zu viel Gift gespritzt wird“, erklärt Clubmanager Christian Montén den Expertinnen. „Diese Vorurteile halten sich so hartnäckig wie das Gerücht, dass alle Golfer karierte Hosen tragen und teure Autos fahren. Gegen diese Voreingenommenheit werden die Betreiber von Golfplätzen nie ankommen, erklärt der 47-Jährige.  Dabei seien viele Golfplätze „Leuchttürme“ in Sachen Natur- und Umweltschutz. „Weil sie vom Gesetzgeber als ,öffentliche Anlagen‘ gewertet werden, sind die Auflagen für den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und Dünger auf einem Golfplatz entsprechend hoch und streng reglementiert“, so Christian Montén. „Wer sich davon überzeugen will, sei jederzeit herzlich willkommen, sagt der Clubmanager.

Dieses Angebot nahm Brigitte Kraft an und versprach ihre Unterstützung. „Ich könnte mir vorstellen, dass wir für unsere Mitglieder Führungen über den Golfplatz organisieren“, so die Expertin. Weiterhin will sie die Golfplatzbetreiber beim Aufstellen einer interaktiven Informationstafel zum Thema Vögel, Insekten, Bäume und Blumen unterstützen. Außerdem soll, zumindest auf einem Teil der Wiesenfläche, ein Balkenmäher zum Einsatz kommen, um herauszufinden ob dieser schonender arbeitet als ein Kreiselmäher. „Für diesen Test bringe ich die Helfer und den Mäher mit“, versprach die Frau vom Vogelschutzbund. Das anfallende Heu wird, wie all die Jahre, kostenlos an Landwirte abgegeben. „Wie wir immer wieder hören, schmeckt es den Kühen wirklich gut“, versichert Kutter.

Nachdem mit den Besucherinnen viel über Naturschutz und Platzpflege gefachsimpelt wurde, verwies der Clubmanager zwinkernden Auges darauf, dass in diesem Landschaftspark am Gut Westerhart auch gegolft wird. „Golf ist ein Sport in und mit der Natur, ohne sie können wir nicht spielen“, versichert Christian Montén.                                                  Jürgen Rasemann