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Schönes Spiel beim Seitensprung

 

 

Knabenkraut geht gerne mit verwandten Arten fremd.
Bedrohte Orchideenart blüht auf unserem Golfplatz.

 

„Knabenkraut blüht auch wieder auf unserer Golfanlage, aber keiner weiß so richtig wo.“ Wer dieser Tage mit anderen Golferinnen oder Golfern über unseren Platz geht, hört diesen Satz des Öfteren. Im Unterton schwingt dabei jedes Mal etwas Stolz und ein gewisses Entzücken mit, obwohl viele Menschen nicht wissen, um welche Knabenkraut-Art es sich handelt.  Denn das Kraut hat einen Haken: Es ist schwer voneinander abzugrenzen, denn es kleidet sich variabel und geht auch gerne mal mit verwandten Arten fremd. Trotzdem:  Knabenkraut auf „unserem Golfplatz“? Das hat doch was, darauf können wir stolz sein.

 

Ja, das hat was. Selbst unser Präsident, Martin Wartig, ging vergangenes Jahr ehrfürchtig in die Hocke, um die seltene Orchidee gebührend zu bewundern. Ehrenpräsident Hermann Kutter kann man im Frühjahr dabei erspähen, wie er auf der Suche nach der raren Blume die Wiesen neben den Spielbahnen durchstreift.

 

Wer Kutter einmal beobachten durfte, wie er mit seinen großen Händen zärtlich das Gras beiseiteschiebt, wenn er auf einem seiner Streifzüge prachtvolles Knabenkraut entdeckt hat, sieht, wie ihm der Fund ein Lächeln ins Gesicht zaubert und seine Augen leuchten lässt, versteht, was Kutter meint, wenn er von „blühenden Landschaften“ spricht, in denen wir Golf spielen dürfen. „In den 80ern sah hier alles ganz anders aus. Damals kreisten Äcker und Maisfelder Gut Westerhart ein“, pflegt er dann zu sagen. „Kein Baum spendete Schatten, nur Unkraut blühte, und jetzt gedeihen leuchtende Orchideen auf unserem Golfplatz. Ist das nicht wunderbar?“

 

Ja, das ist es. Einer, der genau weiß, wo sich das knallige Knabenkraut in diesem Jahr zwischen blühenden Blumen und sich im Wind wiegenden Gräsern versteckt, ist Head-Green-Keeper Konrad Kienle. Der Mann hat allerdings einen Fehler: er prahlt nicht mit seinem Wissen.

 

Als Beschützer des mit Blüten beladenen Blumenmeeres auf unserem Golfplatz verrät er niemandem, wo sich das Breitblättrige Knabenkraut, das zwischen Mai und Juli blüht, versteckt. Mit aller Macht will er es vor „Blumen-Dieben“, die im hellen Schein des Mondes mit Schäufelchen und Plastiktüte anrücken würden, schützen. Schließlich weiß der Mann mit dem grünen Daumen, dass fast alle Arten des Knabenkrautes auf der Roten Liste stehen, teilweise in ihrem Bestand stark gefährdet oder sogar vom Aussterben bedroht sind. Kienles Motto: Reden ist Silber, Schweigen ist Gold.

 

Nur die gelbbraunen Brummer der Lüfte halten nichts von der Geheimniskrämerei des Chef-Green-Keepers. Ihnen entgehen die Blüten, die in hellrosa, knalligem Pink bis hin zu dunklem Purpurrot leuchten und verführerisch nach Nektar durften, nicht. An diesem himmlischen Duft kommen die geflügelten Blütenbestäuber nicht vorbei, scheint das Tischlein reichlich mit lukullischen Genüssen gedeckt zu sein.

 

Denkste, wie der Berliner sagt. Das Breitblättrige Knabenkraut zum Beispiel ist, so der Bund Naturschutz, eine sogenannte Nektartäuschblume: Was für Insekten wie ein ordentlich gefüllter Fresskorb aussieht, ist in Wahrheit nur ein guter Trick. Mit ihren leuchtenden Blüten ist die Orchidee zwar ein echter „Hingucker“ für Insekten, aber wie alle Arten der Gattung täuscht sie zusätzlich mit einer Verdickung (Sporn) des mittigen Blütenhüllblattes (Lippe) reichen Nektarsegen nur vor. Der Sporn ist leer. Statt des erhofften Nektarumtrunks erwartet die Bestäuber – verschiedene Hummeln, Bienen oder teilweise auch Fliegen – dort ein Pollenpaket, das ihnen an den Kopf geklebt wird. Wenn das Insekt so die nächste Blüte anfliegt und dort versucht, den Sporneingang zu erreichen, wird der Pollen auf die Narbe der Blüte übertragen. 

 

Da die Bestäuber des Breitblättrigen Knabenkrautes (Dactylorhiza majalis) bei ihrer Suche nach Nahrung nicht zwischen den verschiedenen Dactyloriza-Arten unterscheiden, und die Orchidee zu häufigen „Seitensprüngen“ neigt, gibt es eine Vielzahl von Hybriden. So kreuzt sich das Breitblättrige Knabenkraut mit dem Fuchsknabenkraut (Dactylorhiza fuchsii) oder dem Fleischfarbenen Knabenkraut (Dactylorhiza incarnata). Solche Kreuzungen kommen vor allem in Südbayern häufig vor, sagen Experten.

 

Ist doch schön, dass unsere Golfanlage im Süden des Bayernlandes liegt. Ich wünsche dem Breitblättrigem Knabenkraut weiterhin „Schönes Spiel“ bei seinen „Seitensprüngen“.

                                                                                                       Jürgen Rasemann

 

 

 

Präsident Martin Wartig bewundert Knabenkraut, das auf unserer Golfanlage ein zu Hause gefunden hat. Foto: Jürgen Rasemann

 

Da Knabenkraut zu „Seitensprüngen“ neigt, gibt es eine Anzahl von Hybriden. Eine exakte Zuordnung der Orchideenart ist manchmal schwierig. Foto: Konrad Kienle

 

 

 

 

Neues zu Hause für Hornissen

 

Brut- und Schaukasten für „friedliche Holzhaus-Baumeister“ auf dem Gelände des Golfclubs Memmingen

 

Jürgen Rasemann

  „So, jetzt müssen die Hornissen nur noch in ihr neues zu Hause einziehen“, sagt Jan-Erik Ahlborn und steigt von der langen Aluleiter. In luftiger Höhe hat er soeben einen Brutkasten für Hornissen an einem abgestorbenen Baum auf dem Gelände des Golfclubs Memmingen Gut Westerhart angebracht. „Die Zusammenarbeit mit den Betreibern einer Golfanlage ist für meine Frau Bettina und mich ein neues Feld“, sagt Jan-Erik Ahlborn. Der Wespenschützer wäre sehr erfreut, wenn andere Golfplätze dem Beispiel folgen würden. Der gelernte Schädlingsbekämpfer aus Mindelheim bezeichnet die größte bei uns lebende Wespenart liebevoll als „friedliche Holzhaus-Baumeister“, vor denen niemand Angst haben müsse. „Ein friedliches Zusammenleben zwischen Hornissen und Menschen ist möglich“, versichert der 46-Jährige.

 Das sahen Mitglieder und Gäste des Golfclubs im Jahre 2021 allerdings anders. In der Hütte, an der sich ein Ballautomat befindet, hatten sich Hornissen eingenistete und für Angst unter den Golfern gesorgt. „Um den Tieren künftig eine Ausweichmöglichkeit zu geben, haben wir in Zusammenarbeit mit Herrn Ahlborn beschlossen, zwei Brutkästen hoch oben in den Bäumen aufzuhängen und einen Beobachtungskasten für Hornissen aufzustellen“, erklärt Clubmanager Christian Montén. Der Schaukasten gibt Interessierten die Möglichkeit, Hornissen beim Bau und Betrieb ihres Nestes gefahrlos zu beobachten. Die Beobachtungsstation wird in der Nähe der Bienenkästen aufgestellt und kann über den öffentlichen Wanderweg in Richtung Abschlag 7 erreicht werden. Die neuen „Wohnungen“ für die Hornissen haben Bettina und Jan-Erik Ahlborn in der heimischen Garage zusammengezimmert.

 Das Ehepaar liebt alles, was summt und brummt, besonders Hornissen. „Leider haben großen Wespen keine Lobby bei uns. Bis in die 70ger Jahre standen sie am Rand der Ausrottung “, sagt Ahlborn. Die Hysterie vor den Hornissen hat seiner Meinung nach viel mit Vorurteilen zu tun. Wer kennt nicht den Satz „Sieben Stiche töten ein Pferd, drei einen Menschen.“ Dieser alte Spruch geistert noch in vielen Köpfen herum, ist aber falsch, so Ahlborn. Hornissen sehen gefährlich aus, seien aber meistens harmlos. „Die großen Brummer ergreifen lieber die Flucht als sich mit dem Menschen anzulegen - es sei denn, dieser kommt dem Hornissennest zu nahe.“

 Ein ausgebildeter Schädlingsbekämpfer der Wespen und Hornissen schützt, wie passt das zusammen? „Schwer verständlich, ich weiß“, sagt der 46-Jährige. Nach seiner Zeit bei der Bundeswehr musste er sich beruflich neu orientieren und sei auf diesen Beruf gestoßen. Eines Tages bekam er den Auftrag ein kleines Feldwespenvolk auszuräuchern. „Die Tiere nahmen ihren Tod ohne Gegenwehr entgegen“, erzählt Ahlborn. Nach der Aktion sei bei ihm der Groschen gefallen. „Was machst du Trottel da?“, habe er sich gefragt. Weil ihm die Tiere so leidtaten, wurde Ahlborn „vom Saulus zum Paulus“. 

Er kaufte sich Fachliteratur über Wespen, las sich ein, besuchte 2007 in der 540 Kilometer entfernten Hansestadt Wipperführth Kurse über Natur- und Wespenschutz. Mit Peter Tauchert von der „Aktion Wespenschutz“ fand er einen neuen Lehrmeister. „Bub, dich richt´ ich“, waren dessen Worte zur Begrüßung. Das ist Tauchert offensichtlich gelungen, denn Ahlborn hat seinen Job als ausgebildeter Schädlingsbekämpfer 2011 an den Nagel gehängt. Heute arbeitet er in Vollzeit als Hausmeister beim Landkreis Unterallgäu.

Die Freizeit von Bettina und Jan-Erik Ahlborn gehört nach wie vor den dicken Brummern: Das Ehepaar hat sich mit Leib und Seele dem Schutz von heimischen sozialen Wespenarten, von Wildbienen, der heimischen Hummeln und den Waldameisen verschrieben. Seit nunmehr 15 Jahren arbeiten sie nebenberuflich als Naturpädagogen. Sie sind Referenten für Wespenberater, zugelassene Umsetzer und Heger. 2017 wurde das Team mit dem deutschen und bayerischen Tierschutzpreis ausgezeichnet. „Wir sind schon ein bisschen verrückt in unserem Bestreben für den Wespenschutz“, versichern beide.

Übrigens: Der Bayerische Rundfunk hat die Wandlung im Leben von Jan-Erik Ahlborn und das gemeinsame Engagement mit seiner Frau in der Sendereihe „Lebenslinien“ festgehalten. Der Film wird voraussichtlich im Juli ausgestrahlt.

Hinweis: Sollten Sie Fragen zu Hornissen haben, steht Ihnen Jan- Erik Ahlborn unter der Mailadresse ahlborn(at)hornissenberater.de zur Verfügung.

 

Ein Wunderwerk der Natur: Dieses Bild einer Hornisse schoss Wolfgang Korazija aus Maroldsweisach. Der Fotograf arbeitet eng mit Bettina und Jan-Erik Ahlborn zusammen.

 

In ihrer Garage zimmern Bettina und Jan-Erik Ahlborn Nistkästen für Hornissen. Wenn sich die großen Wespen ansiedeln, bauen sie ein Nest, wie es rechts im Bild zu sehen ist.

Und noch eine Auszeichnung …

„Golf&Natur“ - Golfclub Memmingen Gut Westerhart erhält Bronze-Zertifikat

 

Westerhart. Die zweite Auszeichnung innerhalb des Jahres erhielt der Golfclub Memmingen Gut Westerhart. Im Mai wurde die Golfanlage mit der Auszeichnung „Blühender Golfplatz“ von Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber geehrt, jetzt erhielt der Golfclub vom Deutschen Golfverband (DGV) das Bronze-Zertifikat „Golf&Natur“. Dr. Gunther Hardt, Initiator der Entwicklungsgruppe Golf und Biodiversität im DGV überreichte die Auszeichnung. „Top gemacht! Super Arbeit!“, lobte Dr. Hardt alle ehrenamtlichen Clubmitglieder, die für diese Auszeichnung tatkräftig mitgearbeitet haben. „Ein ordentliches Stück Arbeit. Kompliment, auch im Namen des DGV-Präsidenten Claus M. Kobold“, sagte der Prüfer anerkennend.

 

Bevor Dr. Hardt die in Silber gerahmte Urkunde an Clubmanager Christian Montén überreichte, führten Dr. Hardt, Montén und Ehrenamtliche eine sechsstündige Bestandsaufnahme durch, die seitens des Clubs vorbereitet worden war. Nach der Besichtigung der Golfanlage galt es 17 Aktenordner „duchzuackern“. „Ohne Fleiß, kein Preis“, so Dr. Hardt, der während der Bestandsaufnahme viel über sich und seine Treffen mit zahlreichen Ministern erzählte. Selbstverständlich hatte er auch den einen oder anderen Tipp und zahlreiche launige Anekdoten in Sachen Golf und „dicke Autos“ parat.

 

Wie wird ein Golfplatz zertifiziert? Anhand des DGV-Leitfadens von „Golf&Natur“ führt die teilnehmende Golfanlage eine Bestandsaufnahme durch. Daraufhin wird ein Entwicklungsplan erstellt. Dabei ist es wichtig, dass die Anlage selbst Maßnahmen definiert, die sie in ihrer Entwicklung umweltbewusst und nachhaltig weiterbringt. Es gibt drei Stufen der Auszeichnung – Bronze, Silber und Gold. Das Qualitätszertifikat wurde 2005 vom DGV eingeführt. Von den knapp 730 Golfanlagen in Deutschland sind nicht einmal 200 zertifiziert, da, so Dr. Hardt, da die Verantwortlichen die Kosten und den Begutachtungsprozess scheuen. „Wer mitmacht, ist fit für die Herausforderungen der Zukunft.“ Das Zertifikat ist in vier Schwerpunkte unterteilt: Natur und Landschaft, Pflege und Spielbetrieb, Arbeitssicherheit und Umweltmanagement sowie Öffentlichkeitsarbeit und Infrastruktur. „Wer am Programm teilnimmt, ist fit für die Herausforderungen der Zukunft“, betonte der Mann vom Deutschen Golfverband.

 

„Gerne hätten wir früher an diesem Programm teilgenommen, leider ließen das die organisatorischen Rahmenbedingungen des Clubs nicht zu“, sagt Montén. Der Zeitaufwand sei, zumindest zu Beginn, unglaublich groß, so der Clubmanager: „Da wir Golfplätze pauschal immer knapp sind, was Personal angeht, mussten wir nach Priorität vorgehen und haben das Programm erst gestartet, nachdem klar war, dass wir tatkräftige Unterstützung von Ehrenamtlichen Clubmitgliedern bekommen. Für das Bronze-Abzeichen fielen nach Schätzung Monténs rund 500 Arbeitsstunden an. Der Clubmanager: „Die Dokumentationspflicht war wesentlich aufwändiger als gedacht, was auch für die Folgearbeiten gilt.“ Martin Wartig, Präsident des Golfclubs, dankte allen, die mitgeholfen haben das „Ziel Bronze“ zu erreichen. Sein besonderer Dank galt Carin Wagner, welche die zahlreichen Aktenordner mit „Leben“ gefüllt habe.

 

Bei der Mitgliederversammlung am Abend trat Schriftführerin Renate Grube aus gesundheitlichen Gründen zurück. Ihr Amt übernahm Suzette Evans.

                                                                                                                                     Jürgen Rasemann

Vier Bienenvölker ziehen

auf dem Golfplatz ein

 

Westerhart. Vier Bienenkästen wurden auf dem Gelände des Golfclubs Memmingen Gut Westerhart aufgestellt und mit vier Bienenvölkern bestückt. Damit die Bienen ihr zu Hause wiederfinden, wurde jeder Holzkasten mit einem eigenen Logo versehen. Darunter auch das des Golfclubs. Die Bienen und die Kästen wurden von den 1.400 Euro gekauft, die beim „Bienen-Turnier“ des Golfclubs zusammenkamen.

 

Betreut werden die gelbbrauen Brummer vorerst von Dr. Hans Martin Steiger, dem Vorsitzenden des Memminger Imkervereins, sowie Thomas Galler, der dem Verein ebenfalls angehört. Galler wird Clubmanager Christian Montén und dem Naturschutzwart des Clubs, Dietmar Maier, Unterricht in Sachen Bienenhaltung geben, damit die beiden eines Tages „die Herren der Bienen“ werden. Laut Dr. Steiger ist Galler Imker mit Leib und Seele. „Er verfügt über beachtliche Kenntnisse. Der junge Mann bringt den beiden schon das richtige Imkern bei“, so der Memminger Chef-Imker

 

Die Imkerei sei eine faszinierende Beschäftigung, sagt Dr. Steiger und weiter: „Bienen komponieren ein Lied aus den Aromen, die ihnen die Landschaft durch ihre Blüten zuflüstert. Sie beschenken uns Menschen sodann mit dieser süßen Melodie in Form von Honig.“

 

Übrigens: Aus Honig lässt sich auch Met (Honigwein) herstellen. Schon in der germanischen Mythologie spielte dieser eine wichtige Rolle. Vielleicht findet im Club in den nächsten Jahren mal ein Met-Turnier statt. Die Sieger erhalten dann je eine Flasche Honigwein, der während der Preisverleihung - ganz nach germanischer Sitte - aus Kuhhörnern getrunken wird. Na dann: schon mal ein Prosit!            Jürgen Rasemann                   

 

Zur Info:

Ein Bienenvolk erreicht je nach Bienenrasse und Bienenbeute eine Größe von ca. 70.000 Bienen. Was nicht heißt, dass 100.000 und mehr nicht möglich sind.

 

Laut Statistik liegt der Honigertrag pro Bienenvolk bei durchschnittlich etwa 30 Kilogramm je Volk und Jahr.  Einen Großteil des eingetragenen Honigs verbrauchen die Bienen selbst, nur ein Teil bleibt für den Imker übrig.

Unsere Arbeit hat sich gelohnt“

 

Golfclub Memmingen als „Blühender Golfplatz“ ausgezeichnet – Bayerns Umweltminister überreicht Urkunde

 

Westerhart/Eichenried (ras). „Unser Engagement für die Arten- und Insektenvielfalt auf unserem Golfplatz hat sich ausgezahlt. Ich bin sehr stolz auf diese Anerkennung und danke allen Mitgliedern, die tatkräftig daran mitgearbeitet haben, dass unser Club ausgezeichnet wurde. Unsere Arbeit hat sich gelohnt,“ sagt Martin Wartig. Jüngst nahm der Präsident des Golfclubs Memmingen Gut Westerhart zusammen mit weiteren neun Vertretern bayerischer Golfclubs die neue Auszeichnung „Blühender Golfplatz“ in Empfang. Überreicht wurde die Urkunde von Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber. Die Verleihung fand im Golfclub München Eichenried statt.

 

„Mit der Verleihung der Urkunde durch den bayerischen Umweltminister ist nun wirklich bewiesen, dass ein Golfplatz keine grün angestrichene Fläche ist, sondern eher einem Naturschutzgebiet gleicht“, sagt Hermann Kutter, Ehrenpräsident und Erbauer der Golfanlage, der einst gegen viele Widerstände seitens der damaligen Naturschützer ankämpfen musste.

 

Die neue Auszeichnung "Blühender Golfplatz" ist ein weiterer Baustein im „Blühpakt Bayern“ und honoriert besonderes Engagement auf bayerischen Golfanlagen für die Arten- und Insektenvielfalt.  Umweltminister Glauber betonte bei der Übergabe der Anerkennung an die ersten zehn bayerischen Golfplätze: „Mit dem `Blühpakt Bayern´ wollen wir ein blühendes Netzwerk in Bayern für mehr Artenreichtum schaffen. Die `Blühenden Golfplätze´ haben auf ihren Flächen wahre Natur- und Insektenparadiese geschaffen. Dieses Engagement ist großartig." Laut Glauber verfügen die bayerischen Golfplätze über eine Fläche von mehr als 10.000 Hektar. Dreiviertel dieser Flächen werden nicht für den Spielbetrieb verwendet und können naturnah angelegt werden. Die neue Auszeichnung „Blühender Golfplatz“ soll dazu motivieren, dieses große Potential für den Artenschutz zu nutzen.

 

Für eine Auszeichnung als "Blühender Golfplatz" müssen bestimmte Kriterien zur Förderung der Insektenfauna erfüllt werden. Dazu gehört insbesondere die naturnahe Gestaltung von mindestens 30 Prozent der Freiflächen, keine flächige Verwendung chemischer Pflanzenschutzmittel, der Verzicht torfhaltiger Substrate und der Erhalt von Überwinterungsstrukturen für Insekten und andere Tiere.

„Eine intakte Natur ist das Kapital des Golfsports“, betont Clubmanager Christian Montén. Golfplätze seinen schon immer pfleglicher behandelt worden als sonstige Agrarflächen. „Die Erschaffung und der Erhalt von Lebensräumen für Bienen und andere Nutztiere auf unserem rund 75 Hektar großen Areal ist ein wichtiges Element unserer Arbeit“, sagt Montén, dem die Auszeichnung weiterhin Ansporn ist. Das nächste Ziel, das der Golfclub erreichen möchte, ist das Bronze-Zertifikat von „Golf&Natur, das vom Deutschen Golfverband vergeben wird.

Weitere Informationen unter www.bluehpakt.bayern.de           Jürgen Rasemann

Bienenturnier

im Rahmen der
Süddeutschen Bienenwoche 2021

 

1400 Euro für die Bienen

Turnier für die gelbbrauen Brummer
auf dem Golfplatz Memmingen Gut Westerhart

 
Memmingen (ras). Öfter mal was Neues: Honigbrötchen und Tee mit Honig - das gab es noch nie als Rundenverpflegung während eines Turniers auf der Anlage des Golfclubs Memmingen Gut Westerhart. Im Rahmen der Süddeutschen Bienenwoche fand dort ein sogenanntes „Bienen-Turnier“ statt, an dem sich 46 Golferinnen und Golfer beteiligen.  1400,- Euro wurden dabei für die kleinen gelbbraunen Brummer gesammelt.
Von diesem Betrag, der sich aus einem Teil des Startgeldes und Spenden zusammensetzt, wird der Golfclub vier Bienenkästen mit den dazugehörigen Völkern kaufen, und auf dem Golfplatz aufstellen. Betreut werden die Bienen von Dr. Hans Martin Steiger, Vorsitzender des Memminger Imkervereins, der sich bereits um weitere Bienenkästen auf dem Platz kümmert.
Als Begrüßungsgeschenk erhielten die Teilnehmer einen grünen Golfball und ein Päckchen Wildblumensamen für den heimischen Garten, das vom Bayerischen Golfverband zur Verfügung gestellt wurde. Die Siegerin und der Sieger des Turniers dürfen sich über ein Wochenende im neuen elektrischen Opel Mokka freuen. Dieser Preis wurde vom Automobilzentrum Memmingen (AMZ) zur Verfügung gestellt.

Jürgen Rasemann

Turnier zu Ehren der Bienen

Vom Erlös will der Golfclub Memmingen Gut Westerhart
drei bis vier Völker kaufen – Start in die neue Saison

 

Memmingen/Westerhart. Unter dem Motto „Arten schützen, den Artenschwund stoppen!“
startet der Golfclub Memmingen Gut Westerhart in die neue Saison. Im Rahmen der Bayerischen Golfverband ausgelobten „Bienenwoche“ findet am Samstag, 23. Mai, auf der Golfanlage ein „Bienen-Turnier“ statt.

Das Startgeld beträgt 30 Euro. „20 Euro gehen zugunsten der Bienen“, erklärt Clubmanager Christian Montén. Bei reger Beteiligung rechnet der Manager mit einem Erlös zwischen 800,- und 1000,- Euro. Von diesem Geld sollen drei bis vier Bienenvölker und -kästen angeschafft und auf dem Golfplatz aufgestellt werden. „Wir schaffen das!“, erklärt Clubpräsident Martin Wartig siegessicher. „Schließlich sind viele unsere Clubmitglieder Freunde der kleinen Brummer, und unser deutscher Supergolfer, Bernhard Langer, Pate der der sogenannten „Bienenwoche“. Versorgt werden die Bienen von Dr. Hans-Martin Steiger, Vorsitzender des Memminger Imkervereins. Im Laufe des Jahres sollen dann zehn Völker auf der Golfanlage zu Hause sein.

Einige Tage zuvor erhält der Golfclub vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz im Rahmen des „Blühpakts Bayern“ die staatliche Auszeichnung „Blühender Golfplatz“. Das Ministerium zeichnet damit den Club für dessen „vorbildlichen Insektenschutz“ aus.
„Damit ist nun wirklich bewiesen, dass ein Golfplatz keine grün angestrichene Fläche ist, sondern eher einem Naturschutzgebiet gleicht“, sagt Hermann Kutter, Ehrenpräsident und Erbauer der Golfanlage.

Im Herbst vergangenen Jahres wurden 50 junge Obstbäume gepflanzt. Unzählige Apfel-, Birnen- und Zwetschgenbäume stehen bereits auf den Ausgleichs- und Streuobstwiesen des knapp 75 Hektar großen Areals. Im Herbst sollen deren Früchte zum ersten Mal zu Saft verarbeitet, und verkauft werden. 

Ein weiteres Ziel ist das Bronze-Zertifikat von „Golf&Natur“, das vom Deutschen Golfverband vergeben wird. Das Qualitätsmanagementprogramm zielt darauf ab, optimale Bedingungen für den Golfsport mit dem größtmöglichen Schutz von Natur zu verbinden. Übrigens: Neben all der Arbeit für den Arten- und Naturschutz wird auf der Anlage in Westerhart auch noch Golf gespielt.                                                                                                          Jürgen Rasemann

Kamerateam des Bayerischen Rundfunks erneut zu Gast

                                 

Erneut war das Kamerateam des Bayerischen Rundfunks (BR3) zu Gast auf unserem Golfplatz. Diesmal informierte es sich über die süße Ernte, welche die fleißigen Westerharter Honigbienen eingefahren haben. Das Team dreht über längere Zeit einen Beitrag für die ARD-Themenwoche „Artenvielfalt“, der im November ausgestrahlt werden soll. Wir berichteten. Wann, und in welchem Fernsehprogramm der Beitrag zu sehen ist, steht noch nicht fest.

 

Wie schon beim ersten Besuch, so schlug auch am zweiten Drehtag die Stunde der Doktoren. Dr. Hans-Martin Steiger, Vorsitzender des Memminger Imkervereins, glänzte mit seinem umfangreichen Fachwissen vor der Kamera, während Dr. Werner Eska, Mitglied der Arbeitsgruppe „Golf und Natur“, mit keckem Hütchen den fragenden Mimen gab. Als hätten die beiden es einstudiert, warfen sie sich Fragen und Antworten wie Pingpong-Bälle vor laufender Kamera zu und folgten geduldig den Anweisungen von Christoph Castor, dem Mann hinter der Kamera.

 

Nach den Dreharbeiten überreichten Clubmanager Christian Montén, Dr. Eska und Dr. Steiger dem Kamerateam zwei Gläser Honig. Diese waren mit einem Aufkleber versehen, auf dem das Logo des Clubs, eine Biene und das Wort Golfer-Honig aufgedruckt waren. Bis es Golfer-Honig der Marke „Westerhart“ im großen Stil auf dem Golfplatz zu kaufen gibt, dauert es wohl noch einige Jahre. Aber: „Der Anfang ist gemacht“, sagt Clubmanager Montén.

 

 

Die Stunde der Doktoren

 

BR-Kamerateam erneut auf unserem Golfplatz zu Gast

 

Westerhart. „Schmeckt vorzüglich, schmeckt nach mehr“, sagt Regisseurin Angela Graas-Castor, nachdem sie den ersten bernsteinfarbenen Honig der Marke „Golfer-Honig Westerhart“ vom Finger geschleckt hat. Erneut war das Kamerateam des Bayerischen Rundfunks (BR3) zu Gast auf unserem Golfplatz. Diesmal informierte es sich über die süße Ernte, welche die fleißigen Westerharter Honigbienen eingefahren haben. Das Team dreht über längere Zeit einen Beitrag für die ARD-Themenwoche „Artenvielfalt“, der im November ausgestrahlt werden soll. Wir berichteten.

 

Wie schon beim ersten Besuch, so schlug auch am zweiten Drehtag die Stunde der Doktoren.

Dr. Hans-Martin Steiger, Vorsitzender des Memminger Imkervereins, glänzte mit seinem umfangreichen Fachwissen vor der Kamera, während Dr. Werner Eska, Mitglied der Arbeitsgruppe „Golf und Natur“, den fragenden Mimen mit keckem Hütchen gab. Als hätten die beiden es einstudiert, warfen sie sich Fragen und Antworten wie Pingpong-Bälle vor laufender Kamera zu und folgten geduldig den Anweisungen von Christoph Castor, dem Mann hinter der Kamera: „Stopp! Ihr Hütchen ist zu weit in Ihr Gesicht gerutscht. Nochmal von vorn. Können Sie die Bienenwabe etwas höher halten? Ja, so ist´s gut. Jetzt haben wir die Szene im Kasten. Klasse.“ Doch: Denkste!

 

„So will ich das nicht, du musst die Kamera etwas tiefer halten, damit man die Bienenkästen besser sieht“, raunt die Regisseurin ihren Kamera- und Ehemann an, während sie genüsslich in einen dunkelroten Bioapfel beißt, den sie sich einige Meter weiter vom Baum „geangelt“ hat. Wie das beim Film nun mal so ist, es dauert, bis eine Szene richtig sitzt. Dr. Steiger und Dr. Eska spielen locker und fröhlich mit, schließlich sind sie die Stars des Vormittags. „Ich bin gespannt, was von uns im Fernsehbeitrag zu sehen ist“, unkt Dr. Eska auf dem Rückweg zum Clubhaus.

 

Dort angekommen, kommt der große Moment, auf den die Honigfreunde gefiebert hatten: Auf einem runden Tisch steht eine kleine silberne Tonne, in der der erste Honig des Golfclubs auf seinen großen Auftritt wartet. „Stopp! Stopp! So geht das nicht. Abbruch!“, ruft plötzlich eine bekannte Frauenstimme aus dem Hintergrund, als Laiendarsteller Dr. Eska den Hahn an der silbernen Tonne aufdrehen will, um das bernsteinfarbene Süße vor dem Auge der Kamera in vier Gläser umzufüllen. „Wir benötigen einige Golfer oder Golferinnen, damit das Bild voller wird“, verlangt die Regisseurin.

 

Ihr Wunsch wart den Beteiligten Befehl, doch waren just in diesem Moment keine Golfer am Clubhaus aufzutreiben. „Das gibt es doch nicht, wir sind doch auf einem Golfplatz, hier muss es doch Golfer geben“, rief die künstlerische Leiterin und zog alle Register, um einige Komparsen einzufangen. Schließlich kam sie mit zwei Männern zurück. „Sag ich doch, hier gibt´s Golfer. So, jetzt alles nochmal von vorn.“ Nachdem alle Beteiligten erneut ihre Positionen eingenommen hatten, ertönte der Ruf: „Kamera ab.“

 

Jetzt geht alles schnell: Der Mann mit dem Hütchen greift zum ersten Glas, dreht den Hahn an der Tonne nach links, der goldenen Honig fließt, der Kameramann kommt immer näher, um den im Sonnenlicht glänzenden Honigstrahl einzufangen. Viermal wird diese Szene gedreht, bis sie von der Chefin für gut befunden wird. Danach muss Mime Eska weitere Fragen beantworten. Während er vor der Kamera agiert, stehen Dr. Steiger und sein Imkerfreund Fritz Aldinger mit verschränkten Armen abseits und beobachten amüsiert die Szene. „Der macht das gut, den könnten wir in unserem Imkerverein gebrauchen“, sagt Dr. Steiger süffisant. „Der lässt sich keinen Honig um den Bart schmieren.“

 

Kamera aus. Alle Szenen im Kasten. Große Erleichterung.  Entspannt überreichen Clubmanager Christian Montén, Dr. Eska und Dr. Steiger dem Kamerateam einige Gläser Honig als Präsent. Diese sind mit einem Aufkleber versehen, auf dem das Logo des Clubs, eine Biene und das Wort Golfer-Honig zu sehen sind. Bis es Golfer-Honig der Marke „Westerhart“ im großen Stil auf dem Golfplatz zu kaufen gibt, dauert es wohl noch einige Jahre. Aber: „Der Anfang ist gemacht“, sagt Clubmanager Montén. Nach freundlichem Händeschütteln fährt das Kamerateam nochmals über den Golfplatz, um Aufnahmen mit einer Drohne zu machen.

 

Übrigens: Wann und in welchem Fernsehprogramm der Beitrag ausgestrahlt wird, teilen wir Ihnen demnächst per News-Letter mit.                           Jürgen Rasemann

 

 

 

Im Namen der Natur

 

Wildbienenprojekt des Golfclubs Memmingen Gut Westerhart wird von Fernsehteam begleitet

 

Westerhart. Wenn der Mann mit dem rötlichen Bart mit seinem weißen Netzkescher durch das Gras des Golfplatzes Memmingen Gut Westerhart streift, sieht er aus wie ein kleiner Junge, der Heuschrecken fangen möchte. Doch Stefan Hopfenmüller ist Biologe und Wildbienenspezialist an der Ulmer Universität. Im Rahmen des Projektes „Golf & Natur“, das vor 15 Jahren vom Deutschen Golfverband ins Leben gerufen wurde, fängt er wilde Bienen, bestimmt und katalogisiert sie. „Einige seltene Arten habe ich bereits entdeckt, aber ich bin mit meiner Arbeit auf dem Golfplatz Memmingen noch lange nicht fertig“, sagt der Experte.  Gleiches gilt für das Kamerateam des Bayerischen Rundfunks (BR3), das, angelockt durch Hopfenmüllers Arbeit, sich ebenfalls für das „Gewumsel“ auf dem Golfplatz interessiert.

 

Jüngst war es mit von der Partie, als Dr. Hans-Martin Steiger, Vorsitzender des Memminger Imkervereins mit seinem Imkerfreund, Fritz Aldinger, zwei Bienenkästen auf einer Streuobstwiese des Golfclubs aufstellten. Die Neuansiedlung war notwendig geworden, da dreiste Diebe vor Monaten eines von mehreren Bienenvölkern, die auf dem 18-Loch-Golfplatz heimisch waren, in einer Nacht und Nebelaktion gestohlen hatten. Das BR-Kamerateam wird bis Oktober noch mehrmals zu Gast in Westerhart sein. Es dreht einen Beitrag für die ARD-Themenwoche „Artenvielfalt“, der im November ausgestrahlt werden soll. Ob der Schleiereulennistkasten, die Insektenhotels und die anderen „Wohnungen“ für verschiedene Vogelarten, die auf dem weitläufigen Clubgelände aufgehängt wurden, im Beitrag gezeigt werden, bleibt abzuwarten.

 

Golf und Natur, wie passt das zusammen? „Sehr gut“, sagt Christian Montén, Manager des Golfclubs Memmingen Gut Westerhart. Das große Engagement der Golfclubs in Sachen Natur verdiene mehr Aufmerksamkeit, sagt Montén. „Schließlich arbeiten Naturschützer und Golfplatzbetreiber Hand in Hand und nutzen das große Potential, das Golfplätze für den Artenschutz bieten. Biodiversität auf Golfanlagen hat großes Potential.“ Wer sich davon überzeugen wolle, sei willkommen. „Anruf genügt“, sagt der Clubmanager.

 

Betrachtet man alte Fotos von Gut Westerhart, so sieht man, warum die Betreiber und Mitglieder des Golfclubs so stolz auf ihren Platz sind.  Wo einst Mais angebaut und Ackerbau betrieben wurde, kein Baum Schatten spendete, keine Blume stand, grünt und blüht es heute. Am Rande der 18 Spielbahnen ist ein reizvolles Mosaik aus Blumen, Büschen, Sträuchern, Magerwiesen und kleinen Wäldchen entstanden.

 

Bartnelken, Margariten, Lupinen¸ Glockenblumen, gelber Horn- und roter Klee, Stauden sowie Gräser bilden von Frühjahr bis Herbst ein buntes, artenreiches Blumenmeer. Da nur noch wenig gemäht wird, summt und schwirrt es mächtig.  Versteckt, irgendwo auf einer Magerwiese, hat sich Knabenkraut, eine Orchideenart, angesiedelt. „Fast alle Arten des Knabenkrauts stehen auf der Roten Liste und sind teilweise im Bestand stark gefährdet oder sogar vom Aussterben bedroht“, sagt Ehrenpräsident Hermann Kutter, der mit seiner Firma am Bau mehrerer Golfplätze im Allgäu beteiligt war.

 

Gesäumt wird diese Blütenpracht von unzähligen wertvollen, heimischen Landschaftsgehölzen wie Ahorn, Eichen, Linden, Ebereschen und Hainbuchen. Außerdem stehen zahlreiche Apfel-, Birnen- und Zwetschgenbäume auf dem knapp 75 Hektar großen Areal des Golfplatzes. Darunter auch Obstbäume, die es nur noch selten gibt. In einem Baum nistet ein Pärchen „Rotmilane. In den Teichen blühen Seerosen, ziehen Karpfen ihre Bahnen und abends laden Frösche zum Quak-Konzert ein.

 

„Ein wichtiges Element unserer Arbeit ist die Pflege von Biotopen und der Erhalt von Lebensräumen für Bienen und andere Nutztiere“, sagt Kutter „Die Befürchtung vieler damaliger Naturschützer, der Golfplatz Memmingen könnte eine ,grün angestrichene Betondecke‘ werden, hat sich nicht erfüllt“, sagt der Ehrenpräsident des Golfclubs. „Bei uns herrscht vielfältiges Leben. Wir schätzen und schützen die Natur, denn ohne sie macht ein Golfplatz keinen Sinn.“  

 

Übrigens: In Deutschland gibt es noch über 550 Wildbienenarten. Der Biologe mit dem roten Bart hat offensichtlich noch viel Arbeit vor sich.                                    

                                                                                                          Jürgen Rasemann

 

 

Gut zu wissen

 

Rund 40 Prozent eines Golfplatzes werden als Spielfläche benutzt, der Rest steht der Natur zur Verfügung. Viel Platz also für die über 550 Wildbienenarten, die es in Deutschland gibt. Anders als die Honigbienen leben die meisten Wildbienen nicht in größeren sozialen Einheiten, sondern als Einzelgänger. Sie werden deswegen auch als Solitär- oder Einsiedlerbienen bezeichnet.

 

Über 50 Prozent der deutschen Wildbienenarten stehen auf der Roten Liste gefährdeter Arten, 26 sind als „extrem selten“ eingestuft. Sieben Prozent der deutschen Wildbienenarten sind wahrscheinlich bereits ausgestorben. 

 

Die Rostrote Mauerbiene war das „Insekt des Jahres 2019“. Rund 40.000 Blüten besucht und bestäubt eine einzige Mauerbiene bei der Nahrungssuche für die Nachkommen.

 

Wildbienen heißen unter anderem Schneckenbiene, Sandbiene, Mörtelbiene oder Seidenbiene.

 

Bienen merken sich die Flugroute zwischen Stock oder Nest und Blütenfeld. Sie orientieren sich dabei an Bäumen, Bächen und anderen Landschaftsmerkmalen.

 

Warum sind Wildbienen bedroht? Das Problem der Wildbienen ist ihre große Abhängigkeit vom Nahrungs- und Nistplatzangebot sowie ihre sehr geringe Fortpflanzungsrate. In den letzten Jahrzehnten hat sich die Landschaft in weiten Teilen Deutschlands sehr stark verändert.

 

Am 20. Mai 2021 ist wieder Weltbienentag.

Ein weiterer Schritt für "Golf & Natur"

Wir freuen uns riesig, Ihnen unsere neuesten "Mitglieder" vorstellen zu können.

Drei Bienenvölker sind Mitte des Jahres 2019 auf dem Golfplatz in die dafür vorbereiteten Bienenstöcke bei Bahn 11 eingezogen. Die Bienen werden dort auch überwintern.

Unser Naturschutzwart und Vorstand Dietmar Maier begrüßte unser ehemaliges Mitglied und Hobby-Imker Bernd Renz, der sich regelmäßig um die Völker kümmern wird.

Übrigens: Die Bienen werden dort auch überwintern und Herr Renz kümmert sich regelmäßig um die Völker. Die Bienen sind nicht aggressiv, solange man sie in Ruhe lässt. Ab 2020 können wir hoffentlich eigenen Honig vom Golfplatz genießen, wir freuen uns darauf.

 

Christian Montén

Clubmanager

 

Bunte Blütenpracht: Bienen fühlen sich auf Golfplatz wohl

Natur- und Vogelschützerinnen zu Gast im Golfclub Gut Westerhart – Expertinnen hellauf begeistert

Buxheim/Westerhart. Wenn Hermann Kutter mit einem kleinen Elektroauto über „seinen“ Golfplatz beim Buxheim fährt, gerät er ins Schwärmen. „Bereits 1993, als ich den Platz halbfertig übernommen habe, sagte ich, dass wir einmal in einem landschaftlich schönen Park Golf spielen werden“, erklärt der 84-jährige Erbauer und jetzige Ehrenpräsident des Golfclubs Memmingen – Gut Westerhart. Dass sein Traum im Laufe von 25 Jahren wahr geworden ist, davon überzeugten sich jüngst Brigitte Kraft vom Landesbund für Vogelschutz, Bezirksstelle Memmingen, und Katherina Grimm von der Unteren Naturschutzbehörde das Landratsamtes Unterallgäu. Die Expertinnen zeigten sich hellauf begeistert: „Wir haben nicht gedacht, dass ein Golfplatz derart naturnah gestaltet sein kann und eine solche Vielfalt an unterschiedlichen Lebensräumen hervorbringt.“

Wo einst Mais angebaut und Ackerbau betrieben wurde, kein Baum Schatten spendete, keine Blume wuchs, grünt und blüht es heute. Am Rande der 18 Spielbahnen des Golfclubs ist ein reizvolles Mosaik aus Blumen, Bäumen, Büschen, Sträuchern, Wiesen und kleinen Wäldchen entstanden. Bartnelken, Margariten, Lupinen¸ Glockenblumen, gelber Horn- und roter Klee, Stauden sowie Gräser bilden von Frühjahr bis Herbst ein buntes, artenreiches Blumenmeer.

Sogar Knabenkraut, eine Orchideenart, hat sich angesiedelt. „Fast alle Arten des Knabenkrauts stehen auf der Roten Liste und sind teilweise im Bestand stark gefährdet oder sogar vom Aussterben bedroht“, erklärt Katherina Grimm den Anwesenden. „Es wäre wünschenswert, dass die Fläche, auf dem das Knabenkraut steht, frühestens ab Juli, wenn die Samenbildung abgeschlossen ist, gemäht wird.“

Gesäumt wird diese Blütenpracht von zahlreichen wertvollen, heimischen Landschaftsgehölzen wie Ahorn, Eichen, Linden, Ebereschen und Hainbuchen. Außerdem stehen unzählige Apfel-, Birnen- und Zwetschgenbäume auf dem knapp 75 Hektar großen Areal. Darunter auch die Obstbäume die es nur noch selten gibt. In einem Baum nistet ein Pärchen „Rotmilane. In den Teichen blühen Seerosen, ziehen Karpfen ihre Bahnen, und abends laden Frösche zum Quak-Konzert ein.

Weil die bunten Blumen auf dem Platz vielen Bienen anlocken und ihnen Nektar spenden, wird ein Clubmitglied demnächst fünf zusätzliche Bienenvölker auf dem Areal ansiedeln. „Ein wichtiges Element unserer Arbeit ist die Pflege von Biotopen und die Erhaltung von Lebensräumen für Bienen und andere Nutztiere“, erklärt Kutter, der mit seiner Firma am Bau mehrerer Golfplätze im Allgäu beteiligt war. „Die Befürchtung vieler damaliger Naturschützer, der Golfplatz Memmingen könnte eine ,grün angestrichene Betondecke‘ werden, hat sich nicht erfüllt“, sagt Hermann Kutter, „bei uns herrscht Leben.“ Deshalb beteiligt sich Golfclub Memmingen – Gut Westerhart am Programm „Golf und Natur“ des Deutschen Golfverbandes.

Im Mittelpunkt dieses 20-jährigen Umweltprogramms steht der größtmögliche Schutz der Natur, die manchmal auch ihre Tücken hat: „Gar nicht lustig finden es die Golfer, wenn sie morgens von Füchsen und Dachsen durchwühlte Sandbunker vorfinden oder in einen großen Haufen Hinterlassenschaft treten. Aber auch das gehört dazu, schließlich ist ein Golfplatz kein Blumenkübel“, sagt der Ehrenpräsident und lacht.

„Leider heißt es auch heute immer noch: Golfplätze verschandeln die Natur, Artenreichtum gibt es dort nicht, weil zu viel Gift gespritzt wird“, erklärt Clubmanager Christian Montén den Expertinnen. „Diese Vorurteile halten sich so hartnäckig wie das Gerücht, dass alle Golfer karierte Hosen tragen und teure Autos fahren. Gegen diese Voreingenommenheit werden die Betreiber von Golfplätzen nie ankommen, erklärt der 47-Jährige.  Dabei seien viele Golfplätze „Leuchttürme“ in Sachen Natur- und Umweltschutz. „Weil sie vom Gesetzgeber als ,öffentliche Anlagen‘ gewertet werden, sind die Auflagen für den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und Dünger auf einem Golfplatz entsprechend hoch und streng reglementiert“, so Christian Montén. „Wer sich davon überzeugen will, sei jederzeit herzlich willkommen, sagt der Clubmanager.

Dieses Angebot nahm Brigitte Kraft an und versprach ihre Unterstützung. „Ich könnte mir vorstellen, dass wir für unsere Mitglieder Führungen über den Golfplatz organisieren“, so die Expertin. Weiterhin will sie die Golfplatzbetreiber beim Aufstellen einer interaktiven Informationstafel zum Thema Vögel, Insekten, Bäume und Blumen unterstützen. Außerdem soll, zumindest auf einem Teil der Wiesenfläche, ein Balkenmäher zum Einsatz kommen, um herauszufinden ob dieser schonender arbeitet als ein Kreiselmäher. „Für diesen Test bringe ich die Helfer und den Mäher mit“, versprach die Frau vom Vogelschutzbund. Das anfallende Heu wird, wie all die Jahre, kostenlos an Landwirte abgegeben. „Wie wir immer wieder hören, schmeckt es den Kühen wirklich gut“, versichert Kutter.

Nachdem mit den Besucherinnen viel über Naturschutz und Platzpflege gefachsimpelt wurde, verwies der Clubmanager zwinkernden Auges darauf, dass in diesem Landschaftspark am Gut Westerhart auch gegolft wird. „Golf ist ein Sport in und mit der Natur, ohne sie können wir nicht spielen“, versichert Christian Montén.                                                  Jürgen Rasemann